Hyperthermie und Fiebertherapie – Aktivierung der natürlichen Selbstheilungskräfte
zur Behandlung chronischer Erkrankungen und entzündlicher Krankheiten
Heilung durch Wärme
Die Hyperthermie Therapie nutzt eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers – die gezielte Erzeugung von Fieber. Seit Jahrtausenden weiß man, dass Wärme Entzündungen lindern, das Immunsystem aktivieren und Regenerationsprozesse anstoßen kann. Schon der griechische Philosoph Parmenides (um 500 v. Chr.) sagte:
„Gib mir die Macht, Fieber zu erzeugen, und ich heile alle Krankheiten.“
Diese Beobachtung greift die moderne Medizin heute wieder auf – mit gezielt gesteuerter Fieberthermie. Dabei wird die Körpertemperatur kontrolliert erhöht, um Abwehr- und Reparaturmechanismen zu unterstützen.
Hyperthermie in der Klinik im LEBEN
In der Klinik im LEBEN wird diese gezielte Wärmeanwendung seit vielen Jahren therapeutisch eingesetzt. Unsere Ärztinnen und Ärzte nutzen sowohl Ganzkörper- als auch lokale Hyperthermieverfahren, um die körpereigenen Regulationsmechanismen unter kontrollierten Bedingungen anzusprechen. Die Behandlung wird anhand der individuellen gesundheitlichen Situation geplant und in ein integratives Gesamtkonzept eingeordnet.
Klinik im LEBEN ist eine durch die Deutsche Gesellschaft für Hyperthermie e. V. zertifizierte Einrichtung.
Medizinische Einordnung und Anwendungsbereiche der Hyperthermie
Medizinische Indikationen
Die Hyperthermie wird in der integrativen Medizin als ergänzende Behandlung eingesetzt, z. B. bei:
- Krebserkrankungen, als unterstützende Maßnahme neben Chemo- oder Strahlentherapie
- Chronischen Entzündungen wie Rheuma oder Arthrose
- Schmerz- und Erschöpfungssyndromen (z. B. Fibromyalgie)
- Chronischen Infektionen wie Borreliose oder viralen Belastungen
- Stoffwechsel- und Durchblutungsstörungen, zur allgemeinen Immun- und Regenerationsförderung
Diese Indikationen beruhen auf langjähriger klinischer Erfahrung und wissenschaftlichen Studien, die Verbesserungen der Durchblutung, Immunaktivierung und Lebensqualität beschreiben.
Wirkweise & Ablauf
Durch die kontrollierte Erwärmung (meist 38,5 °C – 40 °C Ganzkörper-, oder bis zu 42,5 °C lokale Hyperthermie) wird der Körper in eine therapeutische Fieberreaktion versetzt.
Dabei:
- wird die Durchblutung verbessert,
- das Immunsystem aktiviert,
- der Stoffwechsel angeregt,
- und Tumorzellen oder chronisch verändertes Gewebe werden empfindlicher gegenüber Therapien.
Ablauf:
Nach einer ärztlichen Untersuchung erfolgt die individuell abgestimmte Anwendung in einem modernen Hyperthermie-System. Die Behandlungsdauer liegt bei ca. 60–90 Minuten, begleitet von kontinuierlicher Temperatur- und Kreislaufkontrolle.
Je nach Ziel wird die Hyperthermie 1- bis 2-mal pro Woche über mehrere Wochen durchgeführt und mit anderen naturheilkundlichen oder schulmedizinischen Verfahren kombiniert.
Risiken & Kontraindikationen
Die Hyperthermie gilt als gut verträgliche Therapieform, dennoch ist sie medizinisch anspruchsvoll und sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Mögliche Begleiterscheinungen können Müdigkeit, Kreislaufbelastung oder leichte Hautrötungen sein.
Nicht geeignet ist die Therapie bei:
- schwerer Herz- oder Kreislauferkrankung,
- akuten Infektionen mit Fieber,
- Schwangerschaft,
- oder nicht verträglichen Implantaten (je nach Verfahren).
Status in der Medizin
- In der Onkologie wird die Hyperthermie häufig als ergänzende Therapie angewendet.
- Studien zeigen eine verbesserte Wirksamkeit klassischer Krebstherapien, wenn Hyperthermie zusätzlich eingesetzt wird – besonders bei Weichteil-, Blasen- oder Gebärmutterhalskrebs.
- Bei chronischen Schmerz- und Erschöpfungssyndromen gibt es Hinweise auf Schmerzlinderung und bessere Lebensqualität.
- Dennoch gilt: Die Hyperthermie ist keine alleinige Standardtherapie, sondern eine komplementäre Maßnahme, deren Nutzen vom individuellen Befund abhängt.
Siehe auch: Wissenschaftliche Literatur zur Hyperthermie
Ärztliche Leitung
Prof. Dr. med. Uwe R. M. Reuter
Ärztlicher Direktor und leitender Chefarzt, Honorarprofessor Fachgebiet Naturheilkunde an der Hochschule Anhalt, behandelnder Arzt Hyperthermie-Therapie
Hyperthermie kann als ergänzende Therapie bei folgenden Krebserkrankungen sinnvoll sein:
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Bauchspeicheldrüsenkrebs
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Brustkrebs
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Darmkrebs
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Gebärmutterhalskrebs
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Hautkrebs
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Hirntumor
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Leberkrebs
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Lungenkrebs
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Metastasen
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Nierenkrebs
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Ovarialkarzinom
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Sarkome
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Prostatakrebs
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Weichteilkrebs
Lassen Sie sich persönlich beraten, wie wir Sie mit Hyperthermie auf Ihrem Weg zur Heilung unterstützen können.
Formen und Methoden der Hyperthermie in der Klinik im LEBEN
In der Klinik im LEBEN kommen unterschiedliche Formen der Hyperthermie zum Einsatz, die sich im Temperaturbereich, Behandlungsziel und technischer Durchführung unterscheiden. Jede Methode erfüllt eine eigene Funktion und wird je nach medizinischer Fragestellung ausgewählt. Die vertiefenden Informationen finden sich auf den jeweils eigenen Unterseiten.
Moderate Hyperthermie
(Ganzkörper-Hyperthermie)
Die Ganzkörper-Hyperthermie erwärmt den gesamten Körper kontrolliert auf etwa 38,5 bis 40 °C und erzeugt damit einen Zustand, der einem sanften Fieber ähnelt. Diese wohldosierte Wärme kann das Immunsystem aktivieren, die Durchblutung verbessern und den Stoffwechsel anregen. Viele Menschen empfinden die Behandlung als stabilisierend und unterstützend, besonders bei chronischen Belastungen oder Erschöpfung.
In der integrativen Medizin wird die Ganzkörper-Hyperthermie bei chronischen Entzündungen, Infektionen und funktionellen Beschwerden eingesetzt sowie begleitend bei Krebserkrankungen. Sie kann den Organismus stärken und dazu beitragen, dass andere Behandlungen besser greifen, ohne den Körper zusätzlich stark zu belasten.
Onkothermie
Die Onkothermie ist ein lokal präzises Verfahren, das Wärme mit einem modulierten elektromagnetischen Feld bei 13,56 MHz kombiniert. Ziel ist eine gezielte Tiefenerwärmung des Tumors, typischerweise auf bis ca. 42–42,5 °C, ohne den gesamten Körper zu belasten.
Diese Therapieform ergänzt moderne Konzepte der Hyperthermie bei Krebs und eröffnet neue Möglichkeiten zur schonenden, unterstützenden Krebstherapie – insbesondere in Kombination mit klassischen Behandlungsformen wie Chemotherapie oder Strahlentherapie.
Häufige Fragen zu Hyperthermie-Behandlungen
Wie wirkt Hyperthermie auf den Körper?
Welche Vorteile bietet die Hyperthermie Therapie?
Was kostet eine Hyperthermie Behandlung?
Zahlt die Krankenkasse Hyperthermie Behandlung?
Was ist der Unterschied zwischen lokaler und Ganzkörper-Hyperthermie?
Ist Hyperthermie gefährlich?
Wie hilft Hyperthermie bei Krebs?
Wie gut hilft Hyperthermie zusammen mit einer Chemo-Therapie?
Wissenschaftliche Literatur zur Hyperthermie (Auswahl)
Kok H.P. et al. (2020; doi: 10.1080/02656736.2020.1779357):
Umfassender wissenschaftlicher Überblick über technische Hyperthermie-Verfahren (lokal, regional, Ganzkörper) zur Behandlung maligner Tumoren.
Hohneck A.L. et al. (2025; doi: 10.3390/cancers17162716):
Aktuelle klinische Analyse zu Erfolgsfaktoren und Sicherheit der Ganzkörperhyperthermie, insbesondere hinsichtlich Zieltemperatur-Erreichung.
Van Dieren L. et al. (2024; doi: 10.3390/cancers16213656):
Systematischer Review zu immunologischen Synergien zwischen Hyperthermie und Radiotherapie, inklusive möglicher Abscopal-Effekte (Regression von Tumoren außerhalb des direkten Bestrahlungsfeldes).
Heckel-Reusser S. (2022; doi: 10.1007/978-3-030-92880-3_11):
Hintergrundkapitel zur Historie, Anwendung und Zukunftsperspektive der Ganzkörperhyperthermie (WBH), besonders wIRA-basiert.
Zschaeck S., Beck M. (2022; doi: 10.1007/978-3-030-92880-3_8):
Analyse der möglichen Relevanz von Ganzkörperhyperthermie im Kontext moderner Immuntherapien.
Weiterführende Links zum Thema
Seite zuletzt aktualisiert am: 26.11.2025
